Ingelheimer Marktplatz - Navigation
Der Klimawandel ist da und das spüren wir alle
Ort: Ingelheim

Der Klimawandel ist da und das spüren wir alle:

Die letzten Überflutungskatastrophen haben uns aufgezeigt, der Klimawandel ist da. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dem Klimawandel entgegenzuwirken, aber auch jeder Bürger kann durch den bewussten Umgang mit der Umwelt selbst etwas tun. Auch die Stadt Ingelheim nimmt sich da nicht aus. Bis 2040 will die Stadt Ingelheim am Rhein CO2-neutral werden.
Aktuell wird dazu ein Masterplan CO2-neutrales und klimaresilientes Ingelheim erarbeitet. Aus dem Masterplan geht hervor, welche Maßnahmen realisiert werden müssen, damit wir uns vor den Folgen des Klimawandels besser schützen können (Hitzeschutz, Starkregenereignisse, „Sponge City“). Aber auch welche Maßnahmen wichtig und dringend umzusetzen sind, damit die C02-Neutralität bis 2040 erreicht werden kann und die Erderwärmung nicht weiter steigt. CO2-Neutralität bedeutet dabei, dass nur so viele Treibhausgase emittiert werden, wie aktiv wieder gebunden werden können.

Der Stadtrat und seine Gremien werden mit der Stadtverwaltung zusammen unter anderem folgende wichtige Themen diskutieren:

1) Klimaresiliente Stadt
2) Mobilität
3) Energetisches Gebäudemanagement
4) Erneuerbare Energien

Klimaresiliente Stadt Ingelheim:
Neben Klimaschutzmaßnahmen und der Emissionsvermeidung von Treibhausgasen (Adaption) werden geeignete Klimaanpassungsmaßnahmen an die Auswirkungen des Klimawandels (Adaption) zu einer immer wichtigeren Aufgabe. Dabei geht eine klimaresiliente Stadt über die Anpassung an den Klimawandel hinaus. Sie geht vielmehr mit den Folgen des Klimawandels um, und ist widerstandsfähig gegen veränderte klimatische Bedingungen (Hitzeschutz, Trockenheit, Starkregenereignisse). Damit bietet sie den Menschen ausreichend Raum für Bewegung und Erholung. Um sich als Stadt gegen die negativen Folgen des Klimawandels zu stärken und sich an das Klima optimal anzupassen, wird bis zum Jahr 2023 eine vollständige Klimaanalyse für die Stadt Ingelheim aufgestellt. Die Grundlage hierfür liefert die Stadtklima-Analyse des KlimPraxIng.

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) geförderten Projekts „KlimPraxIng“, nimmt der Deutsche Wetterdienst (DWD) die klimatischen Gegebenheiten in Ingelheim genau unter die Lupe. Um seine stadtklimatischen Computersimulationen für die Stadt Ingelheim zu validieren, führt der DWD eine Messkampagne in den Sommermonaten 2021 durch. Die Erarbeitung einer Stadtklimaanalyse zeigt auf, welche Stadtteile in besonderem Umfang von der sommerlichen Hitze betroffen sind.

Die Umsetzung des Stadtklimaanalyse erfolgt von Ende Mai bis September 2021. Es sind hierfür zwei temporäre Messstationen – ein 2,5 meterhoher Mast am Fridtjof-Nansen-Platz und ein 10 meterhoher Mast im südlichen Umland von Ober-Ingelheim aufgestellt, die Temperatur- und Windverhältnisse in der Stadt und im Umland aufzeichnen. Mit den Daten des 10 meterhohen Messmastes soll auch die Frage geklärt werden, inwieweit das Selzbachtal zur Belüftung der südlichen Ingelheimer Stadtteile beiträgt. Als weiterer Teil der Messkampagne ist eine kurze Intensivmessphase geplant. Während einer ausgewählten Strahlungswetterlage wird die mobile Messeinheit des DWD mit einem instrumentierten Kfz drei Messfahrten durchführen, um die räumliche Temperaturverteilung entlang einer Messroute durch das Ingelheimer Stadtgebiet zu erfassen. Hierbei sind insbesondere die Abend- und frühen Nachtstunden von Interesse, um die Abkühlung in der Stadt zu untersuchen. Denn grade hier lauert in warmen Sommernächten die Gefahr: Kühlen Stadtteile in den Nachtstunden nicht ausreichen ab, findet der Mensch keinen erholsamen Schlaf. Dies birgt gesundheitsschädliche Folgen. Zusätzliche Aufstiege von Ballonsonden – sogenannte Radiosonden – dienen der Untersuchung der nächtlichen Kaltluftansammlung im Rheintal bei Ingelheim.
Die Ergebnisse des Projektes sollen direkt in die städtische Planung der Stadt Ingelheim überführt und im Flächennutzungsplan (FNP) verankert werden. Somit kann bei künftigen Stadtentwicklungsplanungen die Thematik des Klimawandels mit einbezogen werden.

Erprobung mobiler Gärten auf dem Fridtjof-Nansen-Platz:
Im Zusammenhang mit dem Projekt „KlimPraxIng - Klimawandel in der Praxis am Beispiel der Mittelstadt Ingelheim am Rhein“ und in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule-Bingen sind von Mai bis Oktober 2021 auf dem Fridtjof-Nansen-Platz in Ingelheim zwei Prototypen von mobilen vertikalen Gärten aufgestellt.
Ziel von MobiGa ist es, einen Beitrag zur Klimaanpassung in Städten zu leisten und der Aufheizung in Hitzeperioden entgegenzuwirken. Zusätzlich wird durch die Pflanzeninseln ein Beitrag zur Flächenaufwertung, Erhöhung der städtischen Biodiversität und Lärmreduzierung geleistet. MobiGa-Systeme sollen insbesondere dort eingesetzt werden, wo eine dauerhafte Begrünung aufgrund der Untergrundsituation, des Denkmalschutzes oder eingeschränkten Platzansprüchen (z.B. für Veranstaltungen) nicht möglich ist. Eine solche Situation liegt zum Beispiel am Fridtjof-Nansen-Platz in Ingelheim vor, bei dem durch die Begrünung mit MobiGa-Systemen ein Beitrag zur Reduzierung der Überhitzungsproblematik im Sommer erreicht werden soll.
Die mobilen vertikalgarten Systeme werden von der Arbeitsgruppe Klimaschutz und Klimaanpassung an der TH-Bingen entwickelt. Unter dem Projekttitel MobiGa wird dieses Forschungs- und Entwicklungsprojekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.