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Ort: Manege frei für das Zirkusprojekt der Grundschule in Nieder-Olm
Soziales, 23. November 2022

Manege frei für das Zirkusprojekt der Grundschule in Nieder-Olm

Artistik, Bewegung und unvergessliche Erlebnisse – all das konnten Schülerinnen und Schüler der Burgschule Nieder-Olm in der zweiten Novemberwoche erleben. In Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit des Jugendamtes beim Landkreis Mainz-Bingen, der Stadt und der Verbandsgemeinde Nieder-Olm sowie dem Zirkus Baldini in Wiesbaden wurden in einer Projektwoche zusammen mit den Kindern Kunststücke einstudiert und vorgeführt. Wie das Training und eine der Vorführungen ablief, hat das Medienbüro der Kreisverwaltung vor Ort miterlebt.

 

Das Zirkuszelt ist dunkel, aufbauschende Musik ertönt. Im Hintergrund ist das aufgeregte Geflüster der Artistinnen und Artisten zu hören. Die Nebelmaschine springt an und es ertönt eine Stimme: „Herzlich willkommen beim Zirkus Baldini – bitte begrüßen Sie mit mir die Artistinnen und Artisten“. Der Vorhang öffnet sich: Manege frei! An diesem Nachmittag findet die Generalprobe eines ganz besonderen Projekts statt: Für eine Woche hat der Zirkus Baldini aus Wiesbaden zusammen mit der Burgschule Nieder-Olm eine mehr als einstündige Bühnenshow auf die Beine gestellt.

 

Insgesamt haben 455 Schülerinnen und Schüler in 21 Schulklassen, aufgeteilt in vier Gruppen an der Aktion teilgenommen. Dafür konnten sie aus zwei Bereichen wählen: Im ersten Bereich ging es ums Jonglieren, um Bodenakrobatik, Seilakrobatik oder das Trapez. Im zweiten Themenbereich konnten die Kinder Hula-Hoop, Trampolin und Tüchertanz oder auch Grundlagen einer Clown-Show lernen. Hierfür errichtete die Familie Krämer vom Zirkus Baldini eigens ein Zirkuszelt auf dem Gelände des Schwimmbadparkplatzes in Nieder-Olm. Um diesen – zwar ausschweifenden aber nicht für alle Schülerinnen und Schüler der Grundschule ausreichenden – Platz nicht zu sprengen, teilte man die Kinder in Gruppen zu je 130 auf. „Geprobt haben wir mit den Kindern dann einmal täglich für 70 Minuten“, berichtet Alexander Krämer vom Zirkus Baldini. Die Familie Krämer hat Erfahrung mit diesen Projekten, von März bis November sind sie zu viert deutschlandweit und auch in Österreich unterwegs. „Vor zwei Monaten kam dann der Anruf von der Burgschule – normalerweise sind wir vier Jahre im Voraus ausgebucht. Hier hat dann zum Glück alles gepasst und wir konnten in die Planung gehen“, führt Janette Krämer weiter aus. Die Viertklässler, die die Generalprobe absolvieren, führen dafür ein wenig anspruchsvollere Tricks als die Erst- und Zweitklässler auf. Die Sparten an sich sind aber die gleichen.

 

An diesem Nachmittag folgen nun die großen Auftritte der Erst- und Zweitklässler. Dafür bringen die Eltern die Kinder eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn an das Zirkuszelt. Die Eltern selbst werden erst ein wenig später ins Zelt eingelassen. Viele wirken zum Teil aufgeregter als ihre Kinder.

 

Und dann ist es soweit, der große Auftritt beginnt: Über 100 kleine Artistinnen und Artisten betreten die Bühne und begrüßen die Gäste. Auch die Eltern und Geschwisterkinder sind ganz begeistert von dem Projekt: Die ganze Vorstellung über applaudieren und jubeln sie ihren Kleinen zu. Nach dem Einlauf der Künstler folgen ein Tüchertanz, eine Hula-Hoop-Einlage mit mehreren Figuren. Zwischendurch treten kleine „Pausenclowns“ auf, die mit Sketchen die Stimmung auflockern oder die Pause ankündigen. Auch Jongleure, Seiltänzer und Akrobaten treten auf.

 

Der Höhepunkt der Show ist mit Sicherheit aber das Trapez – die mutigsten der Akrobatinnen und Akrobaten führen hier in der Luft hängend Kunststücke auf – natürlich abgesichert und mit kleinen Hilfestellungen der Familie Krämer. Zum Schluss kommt den Artistinnen und Artisten tosender Applaus entgegen – alle sind sichtlich erleichtert, dass alles so gut funktioniert hat. Silke Grimsel, Schulleiterin der Burgschule, findet dann noch passende Worte: „Vielen Dank an alle Lehrerinnen und Lehrer und die Familie Krämer, die diese Woche für alle so besonders gemacht haben.“ Gleichzeitig bedankte sie sich vor den rund 200 Gästen noch bei der großzügigen Unterstützung der Stadt und Verbandsgemeinde Nieder-Olm sowie dem Landkreis Mainz-Bingen.

 

Finanziert wurde das Ganze durch das bundesweite Förderprogramm „Aufholen nach Corona“. Über das Kreisjugendamt wurde ein Teil des Geldes der Schulsozialarbeit zu Verfügung gestellt, um an den Schulen möglichst viele Kinder im Landkreis Mainz-Bingen zu erreichen., „Wir fanden es ist Zeit, die Kinder nach Corona wieder zu motivieren Neues zu entdecken und vielleicht ein neues Hobby näherzubringen“, resümiert die Schulsozialarbeiterin der Burgschule Nieder-Olm, Katrin Lorch-Senfter. „Es ist klasse zu sehen, was die Familie Krämer zusammen mit den Kindern in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben.“ Auch die Schulleiterin Silke Grimsel zeigt sich begeistert: „Fast alle Eltern waren mit dabei, fanden die Idee gut. Auch die Auftritte haben wir extra exklusiv geplant, sodass die Eltern, Kinder und eventuelle Geschwisterkinder gemeinsam ein paar schöne Stunden erleben können.“ Dafür hatte die Schule symbolisch „Eintrittskarten“ für die Eltern vergeben.

 

Und was sagen die Hauptdarsteller selbst dazu? „Mir hat das Zirkusprojekt sehr gut gefallen“, berichtet der neunjährige Noah, der an der Trapez- und Trampolin-Nummer beteiligt war. „So etwas kann man sonst nie machen und zusammen mit den Freunden war es dann besonders schön“, erklärt Elias (10). „Mal bei einem Circus dabei zu sein, war wirklich aufregend, die Laser- und Lichtshow sah echt toll aus“, schließt Lea (9).

 

Noch am Samstag baute die Familie Krämer das ganze Zirkuszelt plus Einrichtung ab, um es im zehn Minuten entfernten Ober-Olm wiederaufzubauen. An der dortigen Grundschule durften sich die Schülerinnen und Schüler in der darauffolgenden Woche auf das gleiche Projekt freuen – ebenfalls finanziert und koordiniert durch die Schulsozialarbeit des Landkreises Mainz-Bingen.

 

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