Birnen - süß und saftig

Birnen – süß und saftig
Die Birne (lat. Pyrus) gehört wie der Apfel zu den Kernobstgewächsen innerhalb der großen Pflanzenfamilie der Rosengewächse (Rosaceae).

Ähnlich wie Äpfel begleiten Birnen den Menschen schon seit Jahrtausenden: In Mesopotamien verehrten die Babylonier die Birne als heiligen Baum. Auch in den Dichtungen des Homer werden die Früchte erwähnt. Schon das Wort Birne selbst ist sehr alt: Es wurde im frühen Mittelalter vom lateinischen Wort pirumin in das Althochdeutsche übernommen, wo daraus bira wurde.

Offenbar waren schon antike Obstbauern erfolgreiche Züchter, denn schon der römische Schriftsteller Cato erwähnt sechs Sorten Birnen. Wenige Generationen später spricht Plinius der Ältere, der im ersten Jahrhundert nach Christus lebte, sogar schon von 38 Sorten. Allerdings handelte es sich bei allen Züchtungen in Antike und Mittelalter um Sorten, die auf der Wildbirne oder Holzbirne (Lat. Pyrus pyraster) basierten. Diese Urform, ein mit Dornen besetzter Baum, der 150 Jahre alt werden kann, ist auch heute noch in der Natur anzutreffen. In vielen Regionen Deutschlands gilt er jedoch als bedrohte Art.

27 Millionen Tonnen weltweit
Erst im Frankreich des 18. Jahrhunderts gelang es, aus der Urform unsere heutige Kulturbirne zu züchten. Der entscheidende Vorteil: Sie ist wesentlich weniger anfällig für Fäulnis und kann daher länger gelagert werden. Heute existieren nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen 2500 und 5000 Sorten Birnen, die weltweit angebaut werden. Von den rund 27 Millionen Tonnen (2016) weltweiter Jahresernte kommen allein aus China rund 20 Millionen Tonnen.

Im Volksglauben verkörperten Birnbaum und Apfelbaum seit jeher „das Paar“ im Garten. Während der Apfelbaum für das Weibliche stand, wurde der Birnbaum stets mit männlichen Aspekten in Verbindung gebracht. So glaubte man früher, dass junge Mädchen in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr zu einem Birnbaum gehen mussten, um dort ihre Aussicht auf einen Freier im kommenden Jahr zu testen. Sie warfen ihre Schuhe in den Baum: Blieben sie in den Zweigen hängen, bedeutete das zukünftiges Liebesglück.

Mehr Fruchtzucker als Äpfel
Birnen haben zwar etwa die gleiche Kalorienzahl wie Äpfel (etwa 55 Kilokalorien pro 100 Gramm), sind aber deutlich süßer. Das liegt daran, dass sie viel weniger Säure und etwas mehr Fruchtzucker als Äpfel enthalten. Der hohe Fruchtzuckergehalt und der enthaltene Zuckeralkohol Sorbitol machen Birnen übrigens für manche Menschen zu einem schwer verdaulichen Obst.

Grundsätzlich sind Birnen aber sehr gesund: Sie sind reich an Vitamin A, den Vitaminen B1, B2 und Vitamin C. Da die Vitamine vor alle unter der Schale sitzen, sollte man die Früchte nicht schälen, sondern nur gründlich abspülen. Weitere Nährstoffe in der Birne sind Niacin und Folsäure, außerdem die Mineralstoffe Kalium, Phosphor, Kalzium und Eisen.

Auch als Brotaufstrich geeignet
Übrigens: Der Fruchtzucker der Birnen ermöglicht auch die Herstellung von Birnenhonig (auch Birnenkraut genannt): Dieser dickflüssige, braune Fruchtsaft ist schon seit dem Mittelalter bekannt und wird noch heute, vor allem in der Schweiz, als süßer Brotaufstrich oder Süßungsmittel für Kuchen verwendet. In manche Regionen Europas, etwa in Spanien, werden süße Birnen gerne auch mit strengen Käsesorten kombiniert – wie in unserem heutigen Rezept!

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