Die Feuerbohne - perfekt für Vegetarier

Die Feuerbohne – perfekt für Vegetarier!

Die Feuerbohne, in Österreich besser bekannt als Käferbohne, trägt den botanischen Namen Phaseolus coccineus. Wie die meisten Bohnen-Arten gehört auch sie zu den Hülsenfrüchtlern. Die Feuerbohne ist eng verwandt mit der Gartenbohne, toleriert aber Kälte deutlich besser. Sie wird daher bis in die nördlichen Regionen Europas angebaut.

Erst am Ende des 16. Jahrhunderts gelangte die Feuerbohne aus Amerika nachweisbar nach England und Spanien. Sie verbreitete sich dann innerhalb von 100 Jahren in ganz Europa. Ein weiterer Weg dürfte im 17. Jahrhundert über die Krim nach Osteuropa geführt haben. Daher kommt auch die Bezeichnung „Türkische Bohne“. Der Name Feuerbohne ist hingegen auf die prächtigen, leuchtend hellroten Blüten zurückzuführen. Die auch als Prunkbohne, Blumenbohne oder Schminkbohne bezeichnete Kletterpflanze wird deshalb häufig auch als Zierpflanze verwendet.

Lange Tradition in der Steiermark

Eine besondere Tradition haben Feuerbohnen in der Steiermark, wo sie seit dem 19. Jahrhundert heimisch sind. 2016 wurde die Steirische Käferbohne von der EU sogar als Geschützte Herkunftsbezeichnung anerkannt. Warum sie in dieser Region Käferbohne heißt, ist nicht eindeutig zu klären. Eine Annahme ist, dass die Bezeichnung auf den häufigen Befall durch den Bohnenkäfer zurückzuführen sein könnte.
So oder so: Die steirischen Bauern entwickelten schnell eine besondere Liebe zu den Bohnen aus der Neuen Welt, die im Anbau bei Wuchshöhen von bis zu fünf Metern eine Kletterhilfe benötigen. Dazu werden entweder Stangen verwendet, oder man kultiviert die Bohnen zusammen mit Mais, der dann als Kletterhilfe dient.

Lange Quellzeit notwendig

Die große Beliebtheit in Österreich rührt wohl auch daher, dass sich die getrockneten Bohnen sehr gut lagern lassen. In steirischen Buchenschanken darf der traditionelle, mit frischen Zwiebelscheiben, Essig und steirischem Kürbiskernöl angemachte Käferbohnensalat auf keinen Fall fehlen. Zur Zubereitung müssen trockene Käferbohnen wenigstens zwölf Stunden in Wasser eingelegt werden. Erst dann können die bis auf das Vierfache aufgequollenen Bohnen gekocht werden.

Als Nahrungsmittel besitzt die Feuerbohne geradezu perfekte Eigenschaften, denn sie enthält alles, was ein ausgewogenes Lebensmittel an Ballaststoffen, Kohlehydraten, Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen benötigt. Und: Gekochte Bohnen enthalten im Durchschnitt nur 0,4 g Fett. Für eine fleischlose oder fleischarme Ernährung ist die Feuerbohne optimal geeignet, da ihr Eiweißanteil je nach Sorte zwischen 21 und 24 Prozent liegt. Diese Menge ist vergleichbar mit tierischen Nahrungsmitteln wie Thunfisch, Kalb- oder Hühnerfleisch.

Praktisch kein Fett

100 g gekochte Käferbohnen haben einen Brennwert von 110 Kalorien und enthalten etwa 7,6 g Eiweiß, 0,4 g Fett, 19 g Kohlenhydrate und 5,4 g Ballaststoffe. An Mineralien sind insbesondere Kalzium (36 mg), Eisen (1,5 mg) und Natrium (5 mg) zu nennen. und 0,3 mg Vitamin C enthalten. Ein Problem der modernen Ernährung sind oft die fehlenden Ballaststoffe. Auch damit kann die Feuerbohne punkten. Der hohe Ballaststoffgehalt führt allerdings auch zu den unerwünschten Begleiterscheinungen der Bohne: Um starke Blähungen zu vermeiden, kann man zum Beispiel zwei bis drei Lorbeerblätter oder auch Bohnenkraut, Anis oder Kümmel ins Kochwasser geben.

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