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Zucker - das süße Gesundheitsrisiko

Zucker – das süße Gesundheitsrisiko:

Manchmal sagen ein paar Zahlen mehr als viele Worte: Statistisch betrachtet verzehrt jeder Deutsche im Jahr 34 Kilogramm Haushaltszucker. Hinzu kommen Honig, Sirup, Glukose und Fruktose. Das macht sage und schreibe 44 Kilogramm von einer Substanz, die wir im Grunde gar nicht benötigen: In Brot oder Nudeln steckt genügend Energie in Form von Kohlehydraten, die der Körper in Glukose umwandelt – also in die Zuckerform, die unsere Zellen als „Treibstoff“ tatsächlich verbrauchen.

Mit anderen Worten: Zucker liefert ausschließlich überflüssige Kalorien, und es gibt inzwischen zahlreiche wissenschaftliche Hinweise darauf, dass dieses Zuviel an Zucker uns krank macht. Zuviel Glukose (Traubenzucker) führt dazu, dass überschüssige Energie als Fett im Körper eingelagert wird. Außerdem steigen bei permanent überhöhter Glukose-Zufuhr der Blutzuckerspiegel und die Insulinausschüttung an, wodurch Diabetes Typ 2 entsteht. Damit steigt auch das Risiko für Herzinfarkt, Gefäß- Nieren- und Nervenschäden sowie Schlaganfall an.

Süß und überflüssig
Auch Fruchtzucker, der andere Teil des so genannten Haushaltszuckers (Saccharose), kann bei dauerhafter „Überdosierung“ schwerwiegende Folgen haben. Er wirkt sich zwar nicht auf den Blutzuckerspiegel aus, da er in der Leber verstoffwechselt wird. Kommt dort aber mehr an, als der Körper verwerten kann, wandelt die Leber den Zucker in Fett um. Nach aktuellen Zahlen sind schon heute rund 30 Prozent der Bevölkerung an einer Fettleber erkrankt, zehn Prozent haben Diabetes mellitus Typ 2.

Es ist also nachvollziehbar, dass die Weltgesundheitsorganisation eine Höchstmenge von 25 Gramm (ca. sechs Teelöffel) freiem, also zugesetztem Zucker täglich empfiehlt. Das Problem ist in der Regel nicht das Stück Würfelzucker im Kaffee. Es sind vielmehr all die Zuckerarten, die in ganz alltäglichen Nahrungsmitteln stecken – um nicht zu sagen „versteckt werden“, denn vielen Produkte wird insbesondere Fruchtzucker zugegeben, etwa als Bindemittel, Konservierungsstoff oder um bei Light-Produkten das fehlende Fett zu kompensieren. Für Fruchtzucker gibt es keine spezielle Kennzeichnungspflicht, und „Frucht“ klingt irgendwie ungefährlich, obwohl Fruchtzucker natürlich kein bisschen gesünder ist.

Zucker ist fast überall drin
Die Mengen an Zucker, die die Lebensmittelindustrie in vielen Produkten verarbeitet, sind erstaunlich: So können in einer Tiefkühl-Salami-Pizza sechs Stück Würfelzucker stecken, in einem Becher Fruchtjoghurt (200 Gramm) acht, und in nur 100 Gramm Cornflakes sogar zwölf Würfel Zucker. Auch vermeintlich herzhafte Gerichte wie ein fertiger Kartoffelsalat oder ein Glas Rotkohl enthalten oft unnötig viel Zucker.

Um nicht auf die Tricks der Lebensmittelindustrie reinzufallen, sollte man auf die absoluten Mengenangaben achten. Aufschriften wie „ausschließlich natürliche Süße“, „100 % Prozent Frucht“ oder „weniger Zucker“ sind meist Täuschungsmanöver, die den tatsächlich (hohen) Zuckergehalt kaschieren sollen. Es ist allerdings gar nicht so einfach, Zucker als solchen auch zu erkennen. Die Industrie ist sehr erfindungsreich und verwendet in der Zutatenliste unterschiedlichste Namen: Glukose, Fruktose, Saccarose oder Sucrose (Haushaltszucker), Ahornsirup, Maissirup, Isoglukose (enthält bis zu 90 Prozent Fruchtzucker), Glukose-Fruktose-Sirup (Fruktoseanteil unter 50 Prozent), Fruktose-Glukose-Sirup (Fruktoseanteil zwischen 50 und 90 Prozent), Laktose, Maltose, Malzextrakt – gemeint ist immer Zucker.

Smoothies – von wegen gesund
In Fertiggerichten, Müslis, Limos oder Säften stecken häufig besonders viel Fruktose- oder Fruktose-Glukose-Sirup. Die so genannten „alternativen Süßungsmittel“ sind übrigens leider keine Lösung: Auch Agaven- oder Birnen-Dicksaft, Apfelsüße oder Ahornsirup bestehen hauptsächlich aus Zucker und enthalten entsprechend viel Fruchtzucker – und damit kaum weniger Kalorien als Haushaltszucker. Nicht zu unterschätzen ist der Zuckergehalt in Smoothies: In ihnen stecken viele Früchte in konzentrierter Form – inklusive des darin enthaltenen Fruchtzuckers. So mancher vermeintlich gesunde Smoohie übertrifft in Sachen Zuckergehalt deshalb sogar Cola.

Red. (Mit Material von dpa und NDR)

Bildquelle: Pixabay