Zeit für mich 2: Antimeteorismushaltung in der...
Tags: Yoga, Gymnastik

Wenn du aufgebracht bist, tue oder sage nichts.
Atme nur ein und aus, bis du ruhig genug bist.

Thich Nhat Hanh

Damit Sie wirklich diese kostbare „Zeit für sich“ und die damit verbundene Ent-spannung und Regeneration erleben dürfen, widmen Sie Ihre Aufmerksamkeit für die Dauer der Übung am besten ganz sich selbst. Ziehen Sie sich an einen ruhigen, wohltemperierten und gut belüfteten Ort zurück. Was Sie brauchen ist nicht viel: eine feste Unterlage (keine Matratze!) mit einer Decke (Matte), bequeme Kleidung, die Freude am Üben und an sich selbst.


Die Antimeteorismushaltung in der Rückenlage

Mit Atemübungen ist es relativ einfach, die Außenwelt auszublenden und sich mehr auf sich selbst zu besinnen. Die nachfolgende Übung fördert einen tiefen Atem in die Bauchregion hinein. Unsere Bauchregion ist im wahrsten Sinne des Wortes unsere „Mitte“. Der Volksmund kennt Aussagen wie „außer sich sein“, „auf die Palme bringen“ oder „völlig aus dem Häuschen sein“. In der Regel wird damit umgangssprachlich eine große Aufregung beschrieben. Und es gibt darauf auch Antworten wie „Komm mal wieder runter“ oder „Komm zu dir“. Und tatsächlich ist ein tiefer ruhiger Bauchatem eine gute Methode, um sich wieder zu zentrieren und zu sich selbst zu kommen.

Vorübung:
Egal, ob sie stehen, sitzen oder liegen: Legen Sie beide Hände auf den Bauch, rechts und links neben den Bauchnabel und atmen Sie dort hin, wo die Hände liegen. Schließen Sie dabei Ihre Augen und spüren Sie die Bewegungen der Bauchdecke unter Ihren Händen. Einatmend bewegt sich die Bauchdecke nach oben (wenn Sie liegen) bzw. nach vorne (wenn Sie gerade stehen oder sitzen) und ausatmend bewegt sich die Bauchdecke Richtung Wirbelsäule. Beobachten Sie den Atem und auch die Bauchbewegungen, ohne einzugreifen. Machen Sie aus dieser Atemerfahrung eine „Zeit für mich“-Übung, indem Sie für die Dauer von vielleicht nur 1 bis 2 Minuten alle Gedanken ausblenden und sich ganz dieser Erfahrung widmen. Sie werden staunen, wie erholsam diese simple Maßnahme sein kann.


Anleitung zur Antimeteorismushaltung:
Legen Sie sich mit angewinkelten Beinen auf den Rücken.
Bevor Sie mit der Übung beginnen, spüren Sie einfach erst einmal in aller Ruhe in Ihren Körper hinein. Legen Sie die Hände auf Ihren Bauch und beobachten Sie den Atem in der Nase, wie er kommt und geht …, wie er durch den Mund- und Rachenraum in die Lungen strömt … und bewirkt, dass sich einatmend die Bauchdecke hebt und ausatmend senkt.

a) Ziehen Sie das rechte Bein über den Bauch und umfassen Sie mit beiden Händen das Knie. Ihr Kopf ruht dabei auf dem Boden. Atmen Sie ruhig und regelmäßig in den Bauch hinein. Dabei können Sie spüren, wie sich einatmend die Bauchdecke hebt und ausatmend senkt. Auf der rechten Seite trifft die Bauchdecke auf einen Widerstand: den rechten Oberschenkel. Es entsteht auf diese Weise eine Massagewirkung für alle Bauchinnenorgane auf der rechten Seite. Massage bedeutet immer eine verstärkte Durchblutung und damit Entgiftung und Ernährung der Zellen. Atmen Sie auf diese Weise sehr ruhig und regelmäßig in den Bauch, machen Sie sich die Massage bewusst. Nach etwa 1 bis 3 Minuten lösen Sie die Haltung wieder auf, stellen den rechten Fuß auf den Boden und spüren kurz nach. Schicken Sie dabei wieder einen tiefen Atemzug in den Bauch.

b) Nun folgt dieselbe Übung mit dem linken Bein.

c) Und anschließend mit beiden Beinen gleichzeitig – ebenfalls für die Dauer von ca. 1 bis 3 Minuten.

Therapeutische Wirkungen:
Die Bauchinnenorgane werden komprimiert und durch den Kontakt zu den Oberschenkeln im Atem massiert. Dies hat auf die Organe eine belebende, kräftigende und durchblutungsfördernde Wirkung. Auf die Art werden die Zellen ernährt und gereinigt. Eventuelle Darmwinde können so „herausmassiert“ werden.

Bitte beachten:
Die Reihenfolge – erst das rechte Bein, dann das linke und abschließend beide Beine – ist durch den Verlauf des Dickdarms festgelegt.

Menschen mit zu hohem Blutdruck sollten die Beine nicht so fest gegen die Bauchdecke ziehen, damit nicht noch zusätzlich Blut in die Kopfzonen gepresst wird.

Diese Übung ersetzt keine medizinische Behandlung und bei akuten oder chronischen gesundheitlichen Beschwerden sowie bei einer Schwangerschaft oder nach einer Operation befragen Sie im Vorfeld Ihren Arzt oder Therapeuten.

Die Autorin dieser Beitragsreihe
Frau Ursula Rücker ist geprüfte Hatha-Yoga-Lehrerin (EYU/Mitglied BDY), von den Krankenkassen certifiziert und unterrichtet diese Disziplin seit über 25 Jahren.
Weitere Informationen zu Frau Ursula Rücker finden Sie auf ihrer website: http://www.ursula-ruecker.de .

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Informieren Sie sich beim WBZ, Ingelheim: http://www.wbz-ingelheim.de und bei der KVHS Mainz-Bingen: http://www.kvhs-mainz-bingen.de .

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