DienstagDi., 5. März 2024
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Beginn: 08.02.2024, 00:00 Uhr
Ende: 12.02.2024, 00:00 Uhr
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Lokal • 8. Februar 2024

Heiße Phase des Straßenkarnevals beginnt mit der Weiberfastnacht

Wenn auffällig gekleidete Frauen die Rathäuser erstürmen und Männer ohne Krawatten den Tag überstehen müssen, dann ist es wieder soweit: die Weiber übernehmen am Donnerstag vor Rosenmontag das Regiment. Die Tradition geht bis ins Mittelalter zurück. Angeblich sollen Nonnen einmal im Jahr eine Auszeit von ihrem strengen Leben im Kloster genommen haben – nein, sie verließen nicht die Klöster, um ihren Spaß zu haben, aber sie tanzten und am Abend gaben sie sich den Freuden des Kartenspielens hin.

Im Jahre 1824 waren Frauen so wütend auf den männlich dominierten Karneval in Bonn, dass sie kurzerhand den Männern im Rathaus die Krawatten abschnitten. Immerhin gelten diese als das Symbol männlicher Macht. Es ging den Männern also „an den Kragen“. Aber es sollte noch hundert Jahre dauern, bis der Brauch sich flächenmäßig in ganz Deutschland durchgesetzt hatte. Insbesondere diejenigen, die als Chefs agieren – also ranghöher sind als die meisten von uns – müssen um ihren Schlips fürchten. Doch die Männer haben sich mit dem Brauch arrangiert und tragen an diesem Tag jene Krawatten, die sowieso ausrangiert werden sollten. Eine gute Gelegenheit also, den Kleiderschrank aufzuräumen. Als Gegenleistung für den zerschnittenen Schlips, erhält der Mann ein Küsschen. Wenn er aber glauben sollte, für die „Sachbeschädigung“ einen Strafantrag auf Schadensersatz stellen zu wollen, dürfte er keine Chance haben. Tradition ist eben Tradition. Früher verweigerten Frauen am Tag der Weiberfastnacht ihren Männern den Gehorsam. Sie haben sich dafür ganz bewusst hässlich verkleidet, als alte Frauen. Heute schließen sich Frauen in sogenannten Möhnenvereinen zusammen.

Während der tollen Tage wird auch gut und fettreich gegessen. Rechtzeitig vor Beginn der Fastenzeit wird noch einmal kräftig zugelangt. Bei uns in der Region gibt es in allen Bäckereien die sogenannten Kreppel zu kaufen – gefüllt oder ungefüllt. Wer die gefüllte Variante bevorzugt nimmt einen Kreppel mit Puderzucker, der ungefüllte Kreppel ist mit Zucker bestreut. So kann man auch schon rein äußerlich den Unterschied erkennen. Auch hier spielt die Tradition eine Rolle: früher galt es, vor der Fastenzeit, die Eiervorräte aufzubrauchen. Deshalb gab es Schmalzgebackenes – Kreppel sind nichts für Kalorienbewusste.

Jetzt heißt es nur noch: Ingelheim Helau und hinein in die tollen Tage!

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