FFV Ingelheim verliert Testspiel gegen höherklassigen Gegner nur knapp
Großwinternheim. Mit den Frauen des MFFC Wiesbaden, war am vergangenen Sonntag ein Team aus der Hessenliga beim FFV Ingelheim 2025 zu Gast. Die Hessenliga ist eine Art Oberliga, die in Hessen zwischen Verbands- und Regionalliga liegt und daher vom sportlichen Niveau etwas höher als unsere Verbandsliga einzuschätzen ist. So ist die am Ende knappe 2:3-Niederlage der FFV-Frauen ein absolut achtbares Resultat für die Rheinhessinnen.
Mit der taktischen Vorgabe nicht ganz so früh zu attackieren, sondern erst im Mittelfeld ins Pressing zu gehen, schafften es die Ingelheimerinnen sicher zu stehen und den sehr spielstarken Wiesbadenerinnen wenig Räume zu bieten, um gute Torgelegenheiten herauskombinieren zu können. So hatte der MFFC zwar mehr Ballbesitz, als die Gastgeberinnen, erspielte sich aber lediglich ein paar Fernschüsse, die entweder das Tor verfehlten, oder von der guten Lea Krupp im FFV-Tor gehalten wurden. Der FFV selbst war diszipliniert in der Defensive, hatte auch einige gute Ballgewinnen, spielte aber zunächst bei eigenem Ballbesitz etwas zu ängstlich und respektvoll, so dass man selbst zu keinen größeren Gelegenheiten kam. FFV-Neuzugang Rie Odaira, die auf der Sechserposition spielte, hätte sich etwas mehr Mut und Aggressivität im Ingelheimer Spiel gewünscht. Sie sagte: „Das heutige Spiel war ein gutes Testspiel, aber nicht einfach. Wir haben oft etwas zu passiv agiert und der Gegner hat das Tempo bestimmt. Es hat sich gezeigt, dass wir in Zukunft noch besser abstimmen und festlegen müssen, wo wir den Ball jagen wollen und wie wir angreifen wollen“.
Damit lag sie richtig und so war das 0:1 für die Gäste, durch Stephanie Jarosch, das einzig Zählbare in der ersten Hälfte (34.) und gleichzeitig die verdiente MFFC-Pausenführung.
Im zweiten Durchgang wurden die FFV-Spielerinnen mutiger und erspielten sich kurz nach Wiederanpfiff zwei Gelegenheiten zum Ausgleich. Doch Stürmerin Annabel Rink kam etwas aus dem Tritt, als sie sich einen langen Ball erlief und an der Torhüterin vorbei legte, so dass sie im letzten Moment noch von einer Abwehrspielerin abgelaufen werden konnte (48.) und Julia Welsch schoss die Kugel aus 16 Metern nicht genau genug, nachdem sie sich einen Ball eroberte, so dass MFFC-Torhüterin Svenja Rode parieren konnte (53.).
Als Wiesbaden dann kurz darauf eine Unachtsamkeit der FFV-Defensive zum 0:2 durch Julia Schienke nutzte (55.), hätte das durchaus auch ein Bruch für die Ingelheimer Spielerinnen bedeuten können. Doch das Gegenteil war der Fall. Die Rheinhessinnen stemmten sich gegen die Niederlage und versuchten die Partie noch zu drehen. Das imponierte auch Odaira. Sie sagte „Es war aber auch stark und ein gutes Gefühl, dass wir zum zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich gekommen sind. Wir haben alle bis zum Schluss gekämpft und unser Bestes gegeben. Natürlich hat die Saison gerade erst begonnen und wir werden uns durch die Analyse unserer Spiele immer weiter verbessern.“
Zum angesprochene 2:2 kamen die Rheinhessinnen durch ihre gute Mentalität, tollen Teamgeist und auch fußballerisches Können. Erst wurde Stürmerin Rink sehr schön von Mona Seifert und Angelia Drewicke im gegnerischen Strafraum freigespielt und verkürzte eiskalt zum 1:2 (74.). Dann bediente, nach schöner Balleroberung durch Emily Dors und guter Weiterleitung von Mika Müller-Haeseler und Marie Assel, die gute Drewicke, mit einem tollen diagonalen Pass durch die MFFC-Kette, die rechts durchgestartete FFV-Außenspielerin Emilia Weber. Diese steuerte alleine aufs Tor und schoss sicher zum 2:2-Ausgleich ein (90. +1).
Die insgesamt etwas besser Mannschaft aus Wiesbaden bekam allerdings mit einem Freistoß aus 17 Metern, in zentraler Position, noch eine letzte Chance, auf den Sieg. Lorena Bernadie nutzte diese und versenkte zum 2:3-Endstand (90. +4), was so auch in Ordnung ging.
Die Zuschauer sahen insgesamt ein sehr gutes Spiel zweier sehr guter Teams, in dem die etwas bessere Mannschaft gewonnen hat. Odaira, die nun ihren zweiten Einsatz für den FFV hatte, fühlt sich insgesamt sehr wohl in Ingelheim. Die Japanerin sagte: „Ich bin ja erst kurz dabei, aber alle sind sehr nett. Ich habe noch ein wenig Probleme mit der Sprache und brauche etwas Zeit, um das Team noch besser kennenzulernen. Im Spiel wünsche ich mir, dass wir nicht ganz so nett sind, weil man während der Spiele manchmal eine starke Mentalität, die den Gegner ein wenig verunsichert, braucht“.
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