Wein und Musik im Winzerkeller
„Wein und Musik“ ist mittlerweile ein fester Bestandteil im Konzert-Programm der „Villa Musica“. Der Ingelheimer Winzerkeller ist dafür als Spielort wie geschaffen – auch dank der hervorragenden Akustik des Gewölbekellers. Dass dort früher einmal Wein gelagert wurde, unterstreicht zusätzlich seine perfekte Eignung für ein musikalisches Erlebnis unter diesem Titel. Das betonte auch Prof. Ervis Gega, künstlerische Leiterin der Villa Musica Rheinland-Pfalz, in ihrer Begrüßung der Gäste.
Der Part „Musik“ war Wolfgang Amadeus Mozart und seinem italienischen Zeitgenossen Francesco Bianchi gewidmet. Ganz im Stil musikalischer Veranstaltungen im kleinen Rahmen, die im ausgehenden 18. Jahrhundert Mode waren, wurden neben Kammermusik auch Opernarien von Stipendiatinnen und Stipendiaten der Akademie dargeboten. Mit dem Stipendium können die jungen Talente unter der Anleitung renommierter Dozentinnen und Dozenten ihre Fähig- keiten vervollkommenen. Vier Streicher und drei Sängerinnen stellten bei diesem Auftritt im Winzerkeller eindrucksvoll unter Beweis, dass man sich um den künstlerischen Nachwuchs keine Gedanken machen muss. Und die Tatsache, dass für viele junge Menschen die nunmehr seit 40 Jahren bestehende Villa Musica den Anfang einer beachtlichen musikalischen Karriere bedeutete, dürfte diesem Nachwuchs Ansporn genug sein. Das Ingelheimer Publikum jedenfalls durfte sich sicher sein, heute Augen- und Ohrenzeuge eines Auftritts gewesen zu sein, der höchsten Ansprüchen gerecht wurde – und auch verdeutlichte, warum Liebhaber der Kammermusik auch von weither den Weg in den Winzerkeller zu diesem Konzert fanden.
Den Part „Wein“ bestritt das Weingut Elke und Eckhard Weitzel (Großwinternheim) mit drei Bio-Weinen, die das Musikalische zusätzlich auch noch geschmacklich untermalen sollten. In der Zeit Mozarts war es durchaus üblich, dass das Publikum bei solchen Aufführungen Wein als Erfrischung genoss. Man befand sich also bei dem aktuellen Konzert ganz authentisch auf den Spuren des „Wunderkinds“ Mozart. Mit kurzen Lesungen aus Briefen der Familie Mozart demonstrierte Ervis Gega passend das Verhältnis der Mozarts zum Wein, mit dem sie auf ihren Reisen immer wieder in Kontakt kamen.
Beinahe hätte ein solcher Kontakt auch auf einer Rhein-Reise Mozarts in Ingelheim stattgefunden. Doch wegen schlechten Wetters musste das Schiff auf der anderen Rheinseite in Oestrich vor Anker gehen. Wer weiß, zu welchen Werken ihn ein guter Tropfen von Ingelheimer Reben inspiriert hätte …
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