Wunderbare Welt der Musik
Wenn Werner Köhler, der ehemalige Musikredakteur beim SWR in seinen Erinnerungen kramt, dann kommt Musikgeschichte mit all ihren Tönen und Bildern zum Vorschein. Und wenn er diese mit dem Publikum im Ingelheimer „Zeitensprung Zaubertheater“ teilt, denn wird daraus ein höchstvergnüglicher Nachmittag – eine Zeitreise in die Welt der Musik und ihrer Interpreten.
Wie wäre zum Beispiel die Musikgeschichte verlaufen, wenn in dem kleinen Laden der Hardware Company in Tupelo ein kleiner Sturkopf von seiner Mutter Gladys Love tatsächlich zu seinem 11. Geburtstag das ersehnte richtige Gewehr geschenkt bekommen hätte? Erst als ihm der Ladenbesitzer eine Gitarre zeigte und diese wie ein Gewehr „im Anschlag“ hielt, entschied der Knirps sich um und nutzte dieses für wenige Dollar erstandene Instrument noch lange für seine Bühnenauftritte – als Elvis Presley, der „King of Rock´n´ Roll“!
Oder wussten Sie, dass im Londoner Stadtteil Mayfair in der Brook Street einmal zwei Musikgiganten nur „getrennt durch eine Wand und zwei Jahrhunderte“ lebten? Georg Friedrich Händel und Jimi Hendrix! Oder dass – ebenfalls in London – ein Musiker mehr oder minder alkoholisiert in sein Hotelbett fiel und noch etwas unmotiviert die Saiten seiner Gitarre zupfte, um schließlich seinen Rausch auszuschlafen. Er hatte allerdings vergessen, den Kassettenrekorder auszuschalten. Am nächsten Morgen hörte er auf dem Band vor den Schnarchgeräuschen das, was wir heute als Anfang des Stones-Hits „Satisfaction“ kennen. Das sind nur drei Beispiele für die Geschichten aus der Musikwelt, mit denen Werner Köhler sein Publikum zum Staunen und Schmunzeln brachte.
Viele der Stars, deren Musik er früher seinen Radiohörern präsentierte, kannte Köhler auch persönlich. Und er schilderte an diesem Nachmittag auch deren menschliche Seite. Bis auf wenige Ausnahmen waren die Menschen hinter der Musik recht angenehme Zeitgenossen. Aber auch von einem zickigen Star wusste er zu berichten. Janis Joplin sollte in Frankfurt ein Konzert geben. Im Vorprogramm trat eine ihr unbekannte junge Deutsche auf, die das Publikum mit ihrer Stimmgewalt von den Stühlen riss. Der angekündigte Star des Abends war beleidigt und wollte nicht mehr auftreten. Veranstalter Fritz Rau – ein alter Hase im Musikgeschäft – reagierte cool und zwang Joplin mit einem kurzen „No music – no money!“ zu ihrem Auftritt. Die „bluesige“ Deutsche im Vorprogramm stammte übrigens aus Mannheim – es war niemand anderes als Joy Fleming! Man hätte noch stundenlang zuhören können – doch leider war die „Sendezeit“ für den Ex-Moderator begrenzt …
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