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Soziales • 9. Januar 2024

Pladdebuzzer Kaffeestubb in Ingelheim

Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit wenn die Temperaturen auch tagsüber unter Null Grad sinken, sind viele glücklich ein warmes Zuhause zu haben. Aber nicht alle haben eine Wohnung – in Deutschland gibt es etwa eine halbe Million Obdachlose, die Zahlen schwanken je nach Quelle. Auch dürfte es eine hohe Dunkelziffer geben. Der Tagessatz, den sich ein Obdachloser bei der Gemeinde abholen darf, beträgt zurzeit Euro 16,73. Die Gründe für Obdachlosigkeit sind vielfältig. Oftmals sind es familiäre Schicksalsschläge, die zur Arbeitslosigkeit und in der Folge dann zur Wohnungslosigkeit führen. Manchmal kommen diese Menschen bei Freunden oder Bekannten unter – dann spricht man von Wohnungslosigkeit. Wenn auch diese Möglichkeit ausgeschöpft ist, bleibt nur das Leben auf der Straße.

In Ingelheim gibt es seit nunmehr fast 30 Jahren eine Anlaufstelle für arme und obdachlose Menschen. Die Pladdebuzzer Kaffeestubb der evangelischen Saalkirchengemeinde öffnet jeden Freitag von Oktober bis Mai ihr Gemeindehaus. Dort erhalten die Besucherinnen und Besucher für einige Stunden, das, was sie am meisten brauchen. Kaffee und Brötchen zum Frühstück, ein warmes Mittagessen, bei Bedarf warme Kleidung. Auch eine Waschmaschine und ein Trockner stehen bereit. Wer den Aufenthalt zum Duschen nutzen möchte, kann auch das tun. Auch Hunde – oftmals die treusten Begleiter der Obdachlosen – sind willkommen und erhalten Futter.

Angefangen hat alles in den 90er Jahren. Ulrike Weitzel, die von Anfang an dabei ist, hatte mit einer Bekannten die Idee. Zuerst startete man in Ingelheim-West bei Pfarrer Huber, aber der weite Weg zum Bahnhof erwies sich als ungünstig. Dann wechselte man in die Saalkirchengemeinde, wo es genügend Platz gab. Das größte Problem für viele ist die Einsamkeit, weiß Ulrike Weitzel zu berichten. An Freitagen trifft man sich, man unterhält sich, man tauscht sich aus. Je nach Wettersituation kommen 15 bis 20 Personen. Auch einige Stammgäste sind dabei. Das Essen wird von der Firma Boehringer Ingelheim gespendet, nur für den Kaffee muss man Spenden sammeln.

Auch die Stadt Ingelheim und der Landkreis Mainz-Bingen spenden einmal pro Jahr eine Geldsumme und leisten somit einen Beitrag. Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung sei groß, sagt Ulrike Weitzel, man sei gut ausgestattet. Kaffee würde man jedoch immer nehmen.

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