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Lokal • 25. Juli 2023

Ingelheimer Krankenhaus zukünftig Bleibe für Geflüchtete

Als Nachbarin zum ehemaligen Ingelheimer Krankenhaus fand ich vor einigen Tagen einen Brief der Stadtverwaltung in meinem Briefkasten. Für den 3. Juli lag eine Einladung in das frühere Krankenhaus vor. Oberbürgermeister Ralf Claus, die 2. Beigeordnete des Landkreises Mainz- Bingen, Almut Schultheis-Lehn und Dr. Dominique Gillebeert, Leiterin der Stabsstelle für Vielfalt und Chancengleichheit in der Stadtverwaltung, wollten die Anwohner über die zukünftige Nutzung eines Teils des Krankenhauses informieren.

Dabei ging es um die Frage, wo man die Geflüchteten – bis Ende April 119 aus der Ukraine und 224 aus anderen Ländern – unterbringen könnte. Lange hat man gesucht, aber der Wohnungsmarkt ist erschöpft. Schon stand die Überlegung im Raum, Turnhallen als Sammelunterkünfte zu nutzen. Dass dies eine denkbar schlechte Lösung ist, wussten alle Verantwortlichen und so suchte man weiter nach Alternativen. Die Alternative heißt jetzt Ingelheimer Krankenhaus. Ab dem 1. September sollen dort 100 Männer, Frauen und Kinder ein vorläufiges Zuhause finden. Ein Mietvertrag zwischen der Stadt und dem Landkreis ist bereits unterzeichnet. Jedes Zimmer – in dem früher bis zu vier Patientinnen und Patienten lagen – verfügt über eine Toilette und ein Waschbecken. In der früheren Caféteria gibt es eine Gemeinschaftsküche, in der gekocht werden kann. Da es an anderen Sammelunterkünften bereits Schwierigkeiten mit dem Müll gegeben hatte, war auch dies ein Thema. Ein Wachdienst sei ferner rund um die Uhr im Einsatz – für den Fall, dass es Probleme unter den Bewohnerinnen und Bewohnern geben sollte.

Generell war man sich an diesem Abend einig, dass Sammelunterkünfte nicht das beste Mittel der Wahl seien. Aber angesichts des fehlenden Wohnraums, gäbe es zurzeit keine andere Möglichkeit der Unterbringung. Die anwesenden Anwohner waren sehr konstruktiv und stellten wichtige Fragen. Insgesamt hatte man den Eindruck, dass die Geflüchteten wohlwollend empfangen werden sollten. Es wurde nach Unterstützungsmöglichkeiten gefragt und am Ende gab es sogar Applaus. Ende August wird es eine Führung durch die Räumlichkeiten für die Anwohner geben – ebenfalls eine Anregung, die auf eine Frage eines Besuchers möglich wurde.

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