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Kultur • 27. November 2025

Da hätte auch Mozart applaudiert

Das Sinfonieorchester Rhein-Main sorgt stets für eine restlos ausver- kaufte „kING“. Warum? Weil Dirigent Christian Ferel sein Ensemble immer wieder zu musikalischen Höchstleistungen anspornt! So auch an diesem Abend, an dem Mozart und Tschaikowsky auf dem Programm standen. Mozarts „Sinfonia concertante für Violine und Viola in Es-Dur“ ist in Konzertsälen eher selten zu hören. In der Interaktion der Solisten (Violine und Viola) untereinander und mit dem Orchester ist ein Höchstmaß an Harmonie und Präzision gefordert. Sophie Müller (Violine) und Lorenz Niemann (Viola) meisterten diese Herausforderung mit Bravour. Das Publikum honorierte die ungewöhnliche Leistung der beiden jungen Künstler mit langanhaltendem Applaus. Und in den Gesichtern der beiden war abzulesen, wie sich die Anspannung nach dem Vollbrachten löste. Denn Mozart hatte ihnen mit der im Alter von 23 Jahren entstandenen Komposition eine Aufgabe gestellt, die auch den kleinsten Fehler in der Interpretation hörbar macht.

Im zweiten Teil des Programms war dann das Orchester als Ganzes aufs Höchste gefordert. Seine „4. Sinfonie“ hatte Tschaikowsky zu einem Zeit- punkt komponiert, als er sich in einer veritablen Lebenskrise befand. So war seine die Scheinehe, mit der er seine Homosexualität zu kaschieren suchte, gescheitert. Und irgendwie findet sich seine innere Zerrissenheit in den stark kontrastierenden Elementen seiner Komposition wieder. Fast schon martialische Bläserpartien wollen nicht zu folkloristisch-tänzerischen Elementen passen. Und die Streicher imitieren durch Zupfen an den Violin-Saiten eine Balalaika. Es bedurfte hier schon der einführenden Er- läuterungen von Christian Ferel, um dieses Werk in seiner Komplexität zu verstehen. Doch hier bewies der Dirigent wieder einmal seine Qualitäten als Conferencier.

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Und das Publikum war sich wieder einmal einig: Für eindrucksvolle Konzerterlebnisse muss man nicht nach Mainz, Wiesbaden oder Frankfurt fahren – wo man sie doch in Ingelheim vor der Haustür hat! Da nimmt man auch das kurze Schnee-Intermezzo von Petrus mit einem Lächeln zur Kenntnis und lässt den musikalischen Genuss nachwirken. Und freut sich schon auf die nächsten Auftritte der Musikerinnen und Musiker in der „kING“ …

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