Paprika - der "spanische Pfeffer"
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Ob Christoph Kolumbus sich hätte träumen lassen, dass er damals, vor mehr als 500 Jahren, einen „kulinarischen Welthit“ entdeckt hatte? Nichts weniger nämlich ist die Paprika oder Chili heute: Eine in den Küchen aller Kontinente verwendete Zutat, die zahlreichen Gerichten auf der Welt eine besondere Note oder auch Schärfe verleiht.
Als Kolumbus in Mittelamerika landete, wurde die Paprika oder Chili (botanisch Capsicum) dort schon seit Jahrtausenden kultiviert. Die heute weltweit am häufigsten angebaute Art Capsicum annuum (annuum bedeutet einjährig) stammt vermutlich aus Mexico. Archäologische Untersuchungen ergaben, dass sie bereits ab etwa 5200 v.Chr. durch Selektion gezüchtet wurde. Damit kann sie zu den ältesten Nutzpflanzen der Welt gezählt werden, zumal die Nutzung der wilden Formen vermutlich weitere 2000 Jahre zurückreicht.
Mit den Portugiesen um die Welt
Die Portugiesen brachten die Pflanze, die wie die Tomate zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae) gehört, in alle Winkel ihres damals weltumspannenden Kolonialreiches. Über Indien, Persien und die Türkei gelangte Capsicum schließlich nach Nord- und Mitteleuropa. Dabei scheinen tatsächlich fast alle der seinerzeit in Europa eingeführten Pflanzen zur Art Capsicum annuum gehört zu haben. Dies belegen zahlreiche Hinweise in Herbarien (Kräuterbücher) aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Noch heute dominiert die Art Capsicum annuum den Weltmarkt für Paprika und Chili: Praktisch jede angebotene Frucht, von der milden Gemüsepaprika bis zu den schärfsten Chilis, ist botanisch betrachtet eine Capsicum annuum-Sorte.
Insbesondere in Nordeuropa blieb die Paprika über viele Jahrzehnte lediglich eine exotische Zierpflanze. Erst um 1800 tauchen Hinweise auf, dass man die bunten Früchte – botanisch gesehen übrigens keinen Schoten, sondern Beeren – auch essen kann. Anfangs verwendete man sie wohl sehr sparsam zum Würzen von Speisen. Später wurden sie als Gemüse auch sauer eingelegt.

Paprika ist Ungarisch

Im deutschsprachigen Raum hatte die Pflanze eine Reihe mitunter recht kurioser Namen: Man bezeichnete sie als Brunsilgenpéper, Polterhannes, Hennenpfeffer oder Negropfeffer. Auch der heutige noch gültige Name Spanischer Pfeffer tauchte zum ersten Mal auf. Der deutsche Begriff Paprika hingegen kam erst im 19. Jahrhundert und wurde aus dem Ungarischen übernommen. Das Wort Chili hat seinen Ursprung jedoch in der mexikanischen Heimat der Pflanze und bezeichnet dort entweder die Frucht oder auch ein Gericht.

Paprika sind in der Küche vielseitig verwendbar und äußerst reich an Vitamin C: Nur 100 Gramm einer frischen roten Paprika decken den Tagesbedarf eines erwachsenen Mannes! Auch die enthaltenen Carotinoide, die der Frucht die rote und gelbe Farbe verleihen, sind für die Ernährung sehr wertvoll. Obwohl man Paprika am besten kühl und dunkel lagert, ist der Kühlschrank nicht besonders geeignet, da es dort etwas zu kalt ist. Besser ist eine Aufbewahrung im Keller oder in der Speisekammer.

Die Schärfe einer Paprika- oder Chilifrucht kann extrem unterschiedlich sein. Sie hängt ab vom Gehalt des in den Samenkernen und Scheidewänden enthaltenen Stoffes Capsaicin. Gemessen wird der Schärfegrad in der Einheit Scoville: Während milde Gemüsepaprika hier bei einem Wert von mehr oder weniger null Scoville liegen, bringen es die schärfsten Chilis mitunter auf über eine Million Scoville. Die Schärfe wie auch die Signalfarbe rot oder orange dienten der Pflanze in ihrer Heimat ursprünglich als Abwehrmechanismus gegen Säugetiere.

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