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Kultur • 18. März 2024

Celtic Baroque - 2. Konzert des Konzertfrühlings Ingelheim

Das zweite Konzert des Ingelheimer Konzertfrühlings am 16. März in der kING präsentierte den Gästen ein herausragendes Programm. Mit Dorothee Oberlinger, einer international prägenden Persönlichkeit im Bereich der Alten Musik, und ihrem Ensemble 1700 wurden Facetten europäischer Barockmusik des 17. und 18. Jahrhunderts lebendig. Dorothee Oberlinger, die aus Simmern stammt und in ihrer Heimatstadt aufgrund ihrer kulturellen Verdienste die Ehrenbürgerwürde inne hat, ist vielfältig unterwegs. Sie ist Blockflötistin, Ensembleleiterin, Dirigentin, Festivalintendantin und Universitätsprofessorin am Mozarteum in Salzburg. In der kING hatte sie – wie sie meinte – „nur 10 Flöten dabei“. Im Jahre 2002 gründete sie das Ensemble 1700, welches seitdem in vielen renommierten Spielstätten zu Gast ist. Neben der Stammbesetzung lädt Dorothee Oberlinger auch immer wieder bekannte Solisten dazu. In Ingelheim brillierte der in Mailand geborene Künstler Vittorio Ghielmi an der Viola da Gamba. Auch er arbeitet am Mozarteum in Salzburg und leitet dort das Departement für Alte Musik.

Überraschend für das Publikum tauchte unerwartet von der Empore herab Fabio Rinaudo auf, der sich mit einem irischen Dudelsack Schritt für Schritt der Bühne näherte. Fabio Rinaudo kennt Irland wie seine Westentasche und wurde zu einem Meister der Uilleann Pipe, dem irischen Dudelsack. Anders als der schottische Dudelsack, wird der irische nicht mit dem Mund sondern mit dem Ellbogen geblasen. Mit diesem Instrument kommt die traditionelle irische Musik besonders gut zur Geltung. Im Instrumentenrepertoire des Barock darf die Harfe nicht fehlen. Im Ensemble 1700 spielt Johanna Seitz eine historische Harfe. Ihr Schwerpunkt liegt auf dem Spiel der mehrreihigen Barockharfe. An der irischen Trommel – Bhódran – glänzte Fabio Biale, der auch mit seinem Geigenspiel verzauberte.

Mit traditionellen keltischen Tunes aus Schottland, Irland und England erhielt das Publikum Einblick in die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts so wie sie in eleganten Salons, Pubs und Gasthäusern gespielt wurde. Ein Abend, der Musik für die Seele verhieß. Zarte Klänge wechselten sich mit temperamentvollen Weisen ab. Überraschend, dass Alte Musik auch auf den Menschen im 21. Jahrhundert seinen Zauber ausübt. Ein großartiges Konzert, das das Publikum mit viel Applaus bedachte.

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