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Lokal • 29. März 2026

Marktbrunnen in österlichem Schmuck

Als Stadt ist Ingelheim ja noch recht jung – erst 1939 verkündete der damalige NS-Gauleiter Jakob Sprenger die Zusammenlegung von Nieder- Ingelheim, Ober-Ingelheim und Frei-Weinheim zur Stadt Ingelheim. Dieser Akt wurde zwar am 1. April verkündet – war aber nicht als Aprilscherz gedacht. Und auch der Umstand, dass Gauleiter Sprenger bei der feierlichen Verkündung dieses Beschlusses merklich unter Alkoholeinfluss gestanden haben soll, ändert nichts an der Rechtsgültigkeit des Aktes. Verkündet wurde dieser Beschluss vom Balkon des Nieder-Ingelheimer Rathauses. Ob der braune Gauleiter damals noch einen Blick für den bereits seit 1811 auf dem Platz vor dem Rathaus stehenden Brunnen hatte, ist nicht überliefert.

Heute heißt dieser Platz längst nicht mehr Adolf-Hitler-Platz – und im Alten Rathaus sitzt längst nicht mehr das Oberhaupt der Rotweinstadt. Der Brunnen ist geblieben – und führt die meiste Zeit des Jahres ein eher schmuckloses Dasein. Jetzt aber darf er sich in österlichem Schmuck zeigen. Verantwortlich dafür sind die Ingelheimer Landfrauen, die ihn so prachtvoll herausgeputzt haben. Eigentlich schade, dass auch für diesen Anblick gilt „Alles hat seine Zeit“ – aber erfreuen wir uns jetzt erst einmal an dem Frühlingsgefühle weckenden Brunnen in seinem österlichen Ornat. Und nehmen wir uns ein Beispiel an der Aktion der Ingelheimer Landfrauen und schmücken unser heimisches Ambiente mit österlichem Dekor – auch wenn das Thermometer uns noch (!) frösteln lässt. Selbstgebastelt oder fertig gekauft – die örtliche Geschäftswelt bietet Zutaten in Hülle und Fülle, um auch mit kleinem Geld große Freude bereiten zu können. Und in derart geschmückten Nestern legt der Osterhase seine Eier am liebsten …

Wer mehr über die Arbeit der hiesigen Landfrauen erfahren möchte, der kann dies unter der Mail-Adresse Landfrauen.Ingelheim@gmx.de.

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