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Lokal • 25. Juni 2026

2. Ingelheimer Kita-Fachtag zur Medienbildung

„Let’s talk about… Über Medien sprechen. Mit Medien erzählen.

Am 15. Juni 2026 fand im Bürgerhaus Frei-Weinheim der zweite Kita-Fachtag zum Thema Medienbildung statt. Fast 40 Fachkräfte aus den Ingelheimer Kindertagesstätten kamen zusammen, um sich mit der Frage zu beschäftigen, wie Medienerfahrungen von Kindern pädagogisch begleitet und aktiv für Sprachförderung, Erzählen und gemeinsames Lernen genutzt werden können.

Der Fachtag war eine Kooperation des Netzwerks Medienbildung (Kita-Fachberatung, Kita-Sozialarbeit, Mediathek Ingelheim). Ziel der Veranstaltung war es, Fachkräften praxisnahe Impulse zu geben, wie sie digitale Medien pädagogisch sinnvoll in den Kita-Alltag einbinden können und sie als zusätzliche Werkzeuge zu verstehen, mit denen Kinder beim Erzählen, Zuhören, Sprechen und kreativen Gestalten unterstützt werden können.

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Die Kernaussage des Tages lautete: „Digitale Medien ersetzen keine Beziehung und keine echten Lernerfahrungen. Aber richtig eingesetzt – altersgerecht, hochwertig und begleitet – können sie Kinder beim Sprechen, Erzählen, kreativen Gestalten und Teilhaben unterstützen“. Damit wurde deutlich: Medienbildung in der Kita bedeutet nicht, Kinder allein vor Geräte zu setzen, sondern ihre Lebenswelt aufzugreifen und pädagogisch sinnvoll zu begleiten. Der Vormittag begann mit einer Reflexion der eigenen Medienbiografie und der persönlichen Haltung gegenüber digitalen Medien. Anschließend stand im Fokus wie Themen, Held*innen-Figuren, Geschichten und digitale Erlebnisse, die Kinder aus ihrem Alltag mitbringen, in der Kita aufgegriffen und pädagogisch begleitet werden können.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Zusammenarbeit mit den Eltern. Zum Thema „Sicher handeln in der Elternarbeit“ gaben Dr. Petra Bauer von der Universität Mainz und Nicola Stecker von der Diakonie fachliche Impulse. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Fachkräfte Eltern im Umgang mit digitalen Medien stärken, Unsicherheiten aufgreifen und eine gemeinsame, kindorientierte Haltung zur Medienerziehung entwickeln können.

Fragen und Unsicherheiten in Sachen Datenschutz konnten von Friedhelm Lorig, Referent beim Landesdatenschutz RLP ausgeräumt werden.

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Nachmittags wurde es praktisch: An vier Stationen konnten die Teilnehmenden verschiedene Möglichkeiten ausprobieren, wie Sprechen und Erzählen mit Medien gefördert werden können. An den Stationen erwarteten die Teilnehmenden das Erstellen von Podcasts in der Kita mit dem Projekt „Bücheralarm“, das Erzählen von Geschichten mit Robotic mit der Medienpädagogin der Mediathek Anna-Chiara Beck, die Arbeit mit dem Storyboard unter dem Titel „Unsere Superheld*innen“ mit der Kita-Sozialarbeiterin Ann-Kathrin Harth, sowie das Zuhör-Projekt „Ohrenspitzer“ mit der Referentin Gudrun Melzer, das wie bereits im vergangenen Jahr wieder Teil des Fachtags war.

Ein besonderes Highlight war die Verlosung eines „Bücheralarm“-Workshops, das vom KGH Nord gewonnen wurde. Die Gewinner können sich darauf freuen, gemeinsam mit einer Kindergruppe einen Podcast zu erstellen, der künftig auf verschiedenen Podcastplattformen zu finden sein wird und angehört werden kann.

Mit dem Fachtag setzte das Netzwerk Medienbildung ein weiteres Zeichen dafür, dass Medienbildung bereits in der frühen Kindheit beginnt. Kinder bringen ihre Medienerfahrungen mit in die Kita – aus Familien, aus Gesprächen, aus Geschichten, aus Apps, Filmen oder Hörspielen. Aufgabe pädagogischer Fachkräfte ist es, diese Erfahrungen nicht auszublenden, sondern sie aufzugreifen, einzuordnen und für Bildungsprozesse nutzbar zu machen.

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Der Kita-Fachtag verband fachliche Reflexion, praktische Erprobung und kollegialen Austausch. Er stärkte Fachkräfte darin, Medienbildung als Teil frühkindlicher Bildung zu verstehen – alltagsnah, sprachfördernd und immer eingebettet in Beziehung, Begleitung und pädagogische Qualität.

Die Abschlussumfrage machte deutlich, dass die teilnehmenden Fachkräfte inspiriert aus dem Fachtag gingen und neue Möglichkeiten der Sprachförderung mithilfe digitaler Medien entdeckten. Sie machte aber auch deutlich, dass für den Transfer rund um den Einsatz digitaler Medien im pädagogischen Kontext weitere Unterstützung gewünscht ist. Die Partner*innen des Netzwerk Medienbildung freuen sich darauf mit den Ingelheimer Einrichtungen an diesen bereichernden Tag anzuknüpfen.

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