Zuckermais

Zuckermais ist nicht irgendein Nahrungsmittel. Die zur Familie der Süßgräser zählende Pflanze gehört zu den fünf wichtigsten Grundnahrungsmitteln überhaupt. Mit einer weltweiten Ernte von rund einer Milliarde Tonnen (2016) ist es außerdem das meist angebaute Getreide, noch vor Weizen und Reis. Keine Frage, ohne Zea Mays, wie der Zuckermais botanisch heißt, wäre die Entwicklung der Menschheit anders verlaufen.

Aus einem Süßgras gezüchtet

Alles begann vermutlich vor rund 10.000 Jahren, irgendwo im zentralmexikanischen Regenwald. Dort entdeckten Forscher vor einigen Jahren Werkzeuge und Spuren, die darauf hinweisen, dass hier die lange Reise der Maiskultivierung ihren Anfang nahm. Hervorgegangen ist Mais, wie wir ihn heute kennen, aus dem Wildgras Teosinte. Dessen unscheinbare Ähren haben praktisch keine Ähnlichkeit mehr mit dem modernen, über Tausende Jahre gezüchteten Kulturmais, der als eine der wichtigsten menschlichen Domestizierungsleistungen gilt.

Erstaunlich schnell verbreitete sich die Pflanze in Europa, nachdem Christoph Kolumbus sie um 1500 aus Amerika mitgebracht hatte: Schon im Jahr 1525 wurden in Spanien die ersten Felder mit dem neuartigen Gemüse angebaut, das die Arawak, die Ureinwohner Mexikos, „mahiz“ nannten. Bereits 1543 findet sich die Zeichnung einer Maispflanze im Kräuterbuch des berühmten deutschen Mediziners und Botanikers Leonhart Fuchs. In Deutschland war das Klima jedoch nicht besonders günstig für den Maisanbau, nur in einigen Regionen wie etwa im Rheintal wurde er in Gärten kultiviert. Besser waren die Bedingungen im Mittelmeerraum, und schon 1574 erreichte der Mais den Euphrat.

Robuste Sorten erst seit den 1970er Jahren

Hierzulande trugen Pflanzenseuchen und große Ausfälle bei der Kartoffelernte zu Beginn des 19. Jahrhunderts dazu bei, dass man gezielt neue Sorten züchtete, die mit dem mittel- und norddeutschen Klima besser zurechtkamen. Trotzdem blieb Mais auf deutschen Äckern weiter eine Ausnahmeerscheinung. Tatsächlich gelang es erst in den 1970er Jahren, robustere Sorten zu entwickeln, die bessere Erträge brachten. Fortan weitete sich der Anbau hierzulande sehr stark aus.

Zuckermais ist eigentlich ein Getreide, wird aber hierzulande vor allem als Gemüse konsumiert. So betrachtet ist es allerdings ein recht kalorienreiches Gemüse, denn 100 Gramm haben etwa 90 Kilokalorien. Die goldenen Körner enthalten außerdem die Mineralstoffe Kalium, Magnesium und Phosphor, ferner Folsäure und Beta-Carotin, das im Körper in Vitamin A umgewandelt wird und die Sehkraft stärkt. Einen großen Vorteil besitzt Mais für alle Menschen, die das Klebereiweiß im Mehl aus anderen Getreidesorten nicht vertragen: Mais enthält kein Gluten.

Schnell verbrauchen

Etwa von August bis Oktober gibt es frischen einheimischen Zuckermais zu kaufen. Er sollte dann möglichst kühlt gelagert und nach maximal drei Tagen gegessen werden, da er recht schnell an Aroma verliert. Besonders beliebt ist Zuckermais als Abwechslung auf dem Grill. Er kann aber auch in Butter gedünstet, gebacken oder gekocht werden. Im letzten Fall sollte das Wasser nicht gesalzen sein, da die Körner sonst hart werden.

Bildquelle: Pixabay

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